Strukturierte Anamneseinformationen
IDEA (Interdisciplinary Data based Electronic Assessment) dient der strukturierten Erhebung von Anamneseinformationen. Es handelt sich bei IDEA um eine interdisziplinäre Datenbank mit fachgestützten, anamnestischen Beschreibungen in einer verständlichen und praxisnahen Sprache. Die wissensbasierte und literaturgestützte Sammlung von Anamneseinformationen ist mit verschiedenen Instrumenten verknüpft.
IDEA wird seit mehr als 20 Jahren kontinuierlich weiterentwickelt. Neben wissenschaftlichen Erkenntnissen fließt auch praxisbezogenes Feedback von Anwendenden in den Weiterentwicklungsprozess mit ein.
Wozu dient IDEA?
Eine ausführliche Informationssammlung ist der erste und wichtigste Schritt im Behandlungs- und Betreuungsprozess. Die Genauigkeit und Aussagekraft der Daten bestimmt die weiteren Schritte in der Versorgung und dient damit der Qualitätssicherung. Aus diesem Grund ist es von elementarer Bedeutung, dass die interdisziplinär erhobenen Informationen möglichst genau die Bedürfnisse bzw. den Behandlungs- und Unterstützungsbedarf abbilden. IDEA bietet Pflege, Medizin und Therapie hierfür eine terminologische Basis. Die klare Begriffssystematik fördert eine einheitliche Kommunikation zwischen Fachbereichen, baut Doppeldokumentation ab und optimiert Arbeitsprozesse.
Über 1.800 kodierte Beschreibungen und zusätzliche Freitextfelder
IDEA stellt über 1.800 kodierte anamnestische Aussagen mit ca. 17.000 Beschreibungsdetails im fachlichen Kontext zur Verfügung und bietet darüber hinaus die Möglichkeit, in Freitextfeldern individuelle Eingaben vorzunehmen. Die Formulierung der im System verankerten Textbausteine richtet sich nach den jeweils relevanten Expertenstandards und entspricht dem aktuellen Stand der Forschung. IDEA ist mit Risikoeinschätzungsskalen und Pflegediagnosen wie ENP und NANDA-I verknüpft.
Keyfacts
- Einheitlich genutzte Terminologie, um Symptome, Einschränkungen, Fähigkeiten oder Befunde in eindeutig kodierten Anamnesedaten zu beschreiben
- Mehrfachnutzung einmal erhobener Daten
- Abbau von Doppeldokumentation und Datenredundanzen
- Strukturierter Datenaustausch zwischen Einrichtungen und Abbau von Informationslücken oder -verlusten
- Auswertbarkeit der strukturierten Anamnesedaten
- Verbindung mit ICD-10- bzw. OPS-Kodierungen
- Zeitersparnis durch Wiederverwendung erhobener Daten aus Voraufenthalten oder Überleitung eines strukturierten Datensatzes aus einer anderen Einrichtung mittels IDEA
- Verknüpfung der IDEA-Items mit ENP- und NANDA-I-Pflegediagnosen
- IDEA beinhaltet das pflegerische Basis-Assessment BAss zur standardisierten und systematischen Erhebung pflegerelevanter Anamneseinformationen
- Verknüpfungen mit Assessmentinstrumenten, die über die IDEA-Items befüllt werden können (beispielsweise Barthel-Index, Braden-Skala u.v.m.)
Keine Datenredundanzen und Doppeldokumentation
Durch die Verwendung einer einheitlichen Begriffsstruktur stehen die Anamnesedaten verschiedenen Professionen zur Verfügung und müssen nicht mehrfach erhoben werden. Dies optimiert Workflows und unterstützt den interprofessionellen Austausch von Anamnesedaten.
Datenaustausch
Die Nutzung von Terminologien ermöglicht nicht nur intern eine einheitliche Sprache, sondern fördert auch den einrichtungsübergreifenden Informationsaustausch und damit die Versorgungskontinuität.
Verbindung mit ICD-10- bzw. OPS-Kodierungen
Bereits auf dieser Ebene der Anamnese werden die erfassten Daten mit ICD-10- bzw. OPS-Kodierungen verbunden.
Verknüpfung mit Pflegefachsprachen und Klassifikationen
Darüber hinaus besitzt IDEA ein Mapping zu den Pflegediagnosen von ENP und NANDA-I. Damit können in einer Softwarelösung aus der Anamnese heraus relevante Vorschläge für die Pflegeprozessplanung angeboten werden.
Anstoß der Versorgungsprozesse
IDEA stößt direkt die Versorgungsprozesse an: Die Unterstützung der Diagnostik dient der Qualitätssicherung – und damit allen Beteiligten.
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